Jede Faksimilierung ist eine neue Herausforderung an Wissenschaft und meisterliches Können


Am Anfang steht ein Buch. Kein gewöhnliches Buch, sondern ein Original-Kunstwerk in Buchform, das nur einmal existiert. Eine Bilderhandschrift als Gemäldegalerie Seite für Seite mit Bildminiaturen bemalt und mit Texten beschrieben. Nur durch eine Faksimilierung ist es möglich, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Allein sie gestattet es uns, durch ein unersetzliches mittelalterliches Kunstwerk zu wandern und es Seite für Seite in seiner einmaligen Pracht in Ruhe zu genießen. Beim Faksimile Verlag wurden kostspielige und langwierige technische Herstellungsverfahren entwickelt, die eine perfekte Faksimilierung ermöglichen. So entsteht eine kostbare Edition als genaues Ebenbild des Originals.


Herstellung

Am Anfang steht die genaue Bilddatenerfassung jeder einzelnen Seite einer Handschrift. Bis vor wenigen Jahren erfolgte die Aufnahme am zerlegten, aus dem Einband genommenen Buch. In jahrelanger Arbeit wurde durch die Restaurierungsabteilung der Handschriftensammlung der Universitätsbibliothek Graz ein Kameratisch für die Digitalisierung empfindlichen Buchguts entwickelt. Diese Technik, die vom Faksimile Verlag maßgeblich gefördert wurde, ermöglicht es, Aufnahmen am gebundenen Band zu machen. Das Original wird dabei nicht mehr als 90 Grad geöffnet, die größtmögliche Schonung der Handschrift ist somit gewährleistet.

Modernste Technologie - Absolute Ebenbilder der unersetzlichen Originale

Sobald die Bilddaten digital erfasst sind, werden sie nach den Prinzipien der Farbenlehre analysiert und am Bildschirm bearbeitet. Der folgende Andruck aller Seiten im Offsetdruckverfahren bildet die Grundlage für den ersten Farb-Vergleich mit dem Original. Erst wenn die Farben nach vielen Korrekturen identisch sind mit denen der Bilderhandschrift, wird die Auflage unter ständiger Qualitätskontrolle gedruckt. Sowohl die Andrucke als auch die Auflage werden auf einem hochwertigen säurefreien und alterungsbeständigen Papier gedruckt.

Eine besondere Herausforderung stellt die Wiedergabe der metallischen Farben Gold und Silber dar, die gerade bei Prachthandschriften einen großen Reiz ausmachen und oft von entscheidender inhaltlicher Bedeutung sind. Die digitale Bilddatenerfassung erkennt sie als Teil des Farbspektrums: das Gold, je nach Reflexion, von Gelb über Grün und Braun bis Schwarz, das Silber von Weiß über Blau bis Gelb, je nach Oxidationsprozess. Die metallischen Farben müssen am Bildschirm nachgezeichnet werden, um Druckformen für die Vergoldung der einzelnen Seiten der Handschrift herstellen zu können. Ein immenser Aufwand, der nur vom erfahrenen Spezialisten ausgeführt werden kann. Je nach Original gibt es für den Auftrag des Goldes oder des Silbers unterschiedliche Techniken. Ein abschließender Patinierungsvorgang gibt den gegenwärtigen Glanz und die Alterungsspuren der metallischen Farben wieder.

Der originalgetreue Randbeschnitt jedes Doppelblattes einer Faksimile-Edition und sogar die Einarbeitung der Löcher, die in den Blättern des Original-Pergaments vorhanden sind, sind zusätzliche Schritte, die ein authentisches Erleben einer Handschrift ermöglichen.


Überliefertes Handwerk

Die Faksimile-Bogen werden nach alter handwerklicher Tradition Bogen für Bogen zusammengetragen und von Hand geheftet. Der Buchblock wird in echtes Leder gebunden, das vorher am Rand geschärft wird. Die Decken und selbst die Stehkanten prägt man wie beim Original mit Goldfolie.

Limitierte Auflagen

Um die Exklusivität jeder Faksimile-Edition zu gewährleisten, wird jedes Exemplar der limitierten Auflage von Hand numeriert. Das alles sind viele Stunden aufwendiger und akribischer Handarbeit. Denn jedes Faksimile ist ein neu geschaffenes Kunstwerk. So leben mittelalterliche Meisterwerke der Buchmalerei in Meisterwerken der Faksimilierkunst weiter.