Werke - Chronologische Sortierung


8. Jahrhundert
Book of Kells
Das um 800 von irischen Mönchen geschaffene Evangeliar galt seinen Erschaffern und Nutzern als Hauptreliquie der westlichen Welt. Der Farbreichtum und die Komplexität der Ornamente und Miniaturen machen das Werk zu einem Höhepunkt frühmittelalterlicher Buchkunst.

Buch von Lindisfarne
In der ältesten Evangelienübersetzung aus dem Lateinischen ins Altenglische verschmelzen mediterrane und keltische Einflüsse zu einem Formenreichtum, der das Fundament für die weitere abendländische Kunstentwicklung darstellte.

Krönungsevangeliar des Heiligen Römischen Reiches

Um 800 an der Palastschule Karls des Großen entstanden, entwickelte sich der Codex Aureus auf Purpurseiten zum bedeutendsten Buch des Mittelalters: als Teil der Reichsinsignien spielte es bei jeder Königskrönung zum römisch-deutschen König eine zentrale Rolle.

9. Jahrhundert
Aratea
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts nach spätantikem Vorbild entstanden, genoss die astronomische Handschrift über Jahrhunderte hinweg dauerhafte Beliebtheit. Die mit Gold aufgelegten Sternbilder funkeln wie die Originale, revolutionär ist die Trennung von Text und Bild.

Lorscher Evangeliar
Seit ihrer Entstehung um 810 an der Hofschule Karls des Großen war die Bilderhandschrift – ganz in Gold, Silber, Purpur und mit einem Einband aus Elfenbein – für sieben Jahrhunderte die kostbarste und am besten behütete Handschrift des Königsklosters Lorsch.
10. Jahrhundert
Egbert-Codex
Auf der Reichenau im 10. Jahrhundert im Auftrag des Erzbischofs Egbert von Trier entstanden, ist das Evangelistar der älteste Bilderzyklus zum Leben Jesu in der Geschichte der Buchmalerei. Die große erzählerische Kraft der Bilder zieht auch heute noch den Betrachter in ihren Bann.

Königsgebetbuch für Otto III.
Das einzig erhaltene Königsgebetbuch aus ottonischer Zeit stellt ein Buchdenkmal allerhöchsten Ranges dar. Ganz in Gold auf Purpurgrund geschrieben, diente der Codex Aureus dem kindlichen König als geistiger Leitfaden.
11. Jahrhundert
Bamberger Apokalypse
Reich ausgestattet mit Miniaturen auf Goldgrund, mit Gold und Silber verziert, ist die Prachthandschrift der einzige Apokalypse-Bilderzyklus der ottonischen Buchmalerei. Das Werk entstand zu Beginn des 11. Jahrhunderts im Auftrag Heinrichs II.

Echternacher Evangelistar
In einem der berühmtesten Skriptorien des Abendlandes im Hauskloster der Salierkaiser entstand diese Prunkhandschrift um 1030. Die wunderbaren Darstellungen in Purpur und Gold aus dem Leben Jesu vereinen spätantike, karolingische, byzantinische und insulare Ideen mit zeitgenössischer Formensprache.

Sakramentar Heinrichs II.
Eine der bedeutendsten Handschriften des Mittelalters wurde vom späteren Kaiser Heinrich II. in Auftrag gegeben. Die reich mit Gold und Silber verzierten Miniaturen und ganzseitigen ornamentalen Texte spiegeln Heinrichs Autoritätsanspruch als »Herrscher im Hause Gottes« wider.
12. Jahrhundert
Codex Guta-Sintram
Die 1154 im Oberelsass geschaffene Handschrift ist Gebetbuch, Rechtsbuch, Nekrologium, Homiliar und Kalendarium in einem. Im Zentrum der Handschrift steht der diätetische Monatskalender, der den Codex zu einem unvergleichlichen Juwel romanischer Buchkunst macht.

Salzburger Perikopenbuch
Ca. 1020 in Konkurrenz zur Herrscher-Handschrift des Perikopenbuchs Heinrichs II. in Salzburg entstanden, bildet das Werk ein prachtvolles Beispiel ottonischer Buchkunst. Die Salzburger Buchmaler verbanden byzantinische Elemente mit Einflüssen der Regensburger und Reichenauer Skriptorien.
13. Jahrhundert
Buch der Welt – Die sächsische Weltchronik
Der Gothaer Codex ist die älteste und prachtvollste Überlieferung der Sächsischen Weltchronik. In perfektem Zusammenspiel von Text und Bild wird der Bogen von der Erschaffung der Welt bis zum Stauferkaiser Friedrich II. geschlagen.

Kreuzritterbibel
Für den französischen König Ludwig IX., den Heiligen, um 1250 geschaffen, gibt diese Bibel fast ausschließlich in Bildern die alttestamentarische Geschichte bis zu König David wieder. Besonders wichtig war Ludwig wohl die Darstellung kriegerischer Szenen, um seinen Kreuzzugsgedanken zu unterstreichen.

Mainzer Evangeliar
Einmalig für seine Zeit ist die Fülle des Bilderzyklus, der das vollständige Leben Jesu in Gold und leuchtenden Farben illustriert. Die durchgehend goldene Schrifttextur und meist auf Goldgrund gemalte Miniaturen machen den Codex Aureus zu einem der bedeutendsten Werke deutscher Malerei des 13. Jahrhunderts.

Oxforder Bibelbilder
Ungewöhnlich reich mit oftmals ziseliertem Gold verziert ist dieser reine Bilderzyklus von Bibelszenen. Der Oxforder Meister William de Brailes schuf das Werk im 13. Jahrhundert ganz im gotischen Stil. Der Einband mit beidseitig geschnitzter Elfenbeintafel im Vorderdeckel ist einzigartig in der Kunstgeschichte.

Rudolf von Ems: Weltchronik – Der Stricker: Karl der Große
Zwei der beliebtesten mittelhochdeutschen Dichtungen wurden um 1300 zu diesem Höhepunkt der oberdeutschen Gotik vereint: die Weltchronik und die Legende um Karl den Großen. Die lebendigen Miniaturen des ritterlich-höfischen Lebens zeugen von einem neuen Zeitgeist beeinflusst von französischen Vorbildern.

Trinity-Apokalypse
Dieser Höhepunkt gotischer Buchmalerei aus der Mitte des 13. Jahrhunderts ist einzigartig durch den französischen Text und die üppige Ausstattung mit Gold und Silber. Großformatige Miniaturen in harmonischer Farbabstimmung zeichnen die prachtvollste Apokalypsen-Bildhandschrift der Gotik aus.
14. Jahrhundert
Bestiarium aus Peterborough
Um 1300 in der ostenglischen Abtei Peterborough entstanden, ist dieses Bestiarium eine der am kostbarsten ausgestatteten Handschriften dieser Gattung. Über 100 Miniaturen auf Goldgrund oder im Goldrahmen zeigen die damalige Tierwelt und auch Fabeltiere wie Einhorn oder Phönix.

Graduale von St. Katharinenthal
Das wertvolle geistliche Gesangsbuch mit Notation entstand 1312 und ist eines der bedeutendsten gotischen Kunstwerke der Schweiz. 71 zierlich gemalte und reich mit Blattgold verzierte Miniaturen und 13 Prachtinitialen schmücken dieses Spitzenstück gotischer Kunst.

Musterbuch des Giovannino de Grassi
Der Baumeister des Mailänder Doms schuf Ende des 14. Jahrhunderts das Vorlagenbuch, bedeutendstes Beispiel spätgotischer italienischer Kunst. 77 realistische Zeichnungen exotischer Tiere aber auch Menschen in typischen Haltungen, sowie 24 Buchstaben höchster Güte dienten vielen Künstlern als Vorlage.

Petites Heures – Das Stundenbuch des Herzogs von Berry
Das Stundenbuch, eines der großartigsten Zeugnisse spätmittelalterlicher Kunst, wurde um 1372 vom Herzog von Berry in Auftrag gegeben. Generationenübergreifend von den bedeutendsten Buchmalern der Zeit gestaltet, ist die Fülle des opulenten Bilderschmucks mit reichlich Gold und Silber kaum mit einem anderen Werk vergleichbar.

Stundenbuch der Jeanne d'Evreux
Das Stundenbuch der Gemahlin Karls IV. aus dem 14. Jahrhundert zieren als das erste große französische Buchkunstwerk zarte Miniaturen in Demigrisaille-Technik. Die Feinheit der Miniaturen ist umso beeindruckender, als der Codex selbst mit nur 9,0 x 6,0 cm eines der kleinsten Stundenbücher ist.
15. Jahrhundert
Bedford-Stundenbuch
Das reichste Stundenbuch des Mittelalters, eine Glanzleistung der Pariser Buchmalerei, entstand im frühen 15. Jahrhundert. Die extrem reiche Ausstattung der Handschrift, das Verständnis für perspektivische Darstellung und die ausdrucksstarke Mimik der Figuren zeugen von der ungeheuren Innovationskraft des »Bedford-Meisters«.

Blätter im Louvre
Das Turiner Gebetbuch war der dritte Teil der ursprünglichen Einheit der Très Belles Heures des Herzogs von Berry. 1720 verbrannte es bis auf vier besonders prachtvolle Blätter, die heute im Louvre liegen.

Brüsseler Stundenbuch
Gestalter und Auftraggeber der Handschrift sind ungewiss, vieles deutet auf den Herzog von Berry hin. Unbestreitbar ist ihre Schlüsselstellung in der französischen Buchmalerei durch die verwendete Grisaille-Technik und die moderne Art der Illumination, die die Miniaturen in ganzseitige, autonome Bilder umwandelt.

Buch vom erfüllten Leben
Die Verserzählung, die um 1342 entstand, diente als allegorischer Leitfaden für frisch vermählte Adelige. Trotz seiner Beliebtheit wurde nur diese Handschrift als einzige Abschrift um 1430 illustriert. Sie zeigt in farbenfrohem und üppigem Stil der Spätgotik vor allem alltägliche Lebens- und Arbeitsszenen des Mittelalters.

Buchaltärchen Philipps des Guten
Die Kombination von Dyptichon und Andachtsbuch ist einzigartig in der Kunstgeschichte. Die Auswahl der Gebetstexte und der Miniaturen des Dyptichons geben dem Werk, das um 1430 entstand, einen privaten Charakter, durch den die Persönlichkeit des Herzogs Philipp der Gute von Burgund lebendig wird.

Burgunderchronik des Diebold Schilling von Bern
Als dritter Teil der umfassenden Berner Stadtchronik entstand die Burgunderchronik um 1480 und ist die bedeutendste Quelle zu den Burgunderkriegen. Besonders reizvoll erzählen die Miniaturen detailreich von Belagerungen, Gefechten und dem Lagerleben.

De Sphaera
Am Hof der Visconti entstand um 1470 das schönste illustrierte Astrologiebuch der Renaissance. In 15 prachtvollen Miniaturen beschreibt der Buchmaler Christoforo de Predis die Planeten und gewährt dabei einen höchst realistischen und detaillierten Einblick in den Renaissance-Alltag.

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik
Das letzte und künstlerisch wertvollste Werk Schillings entstand als privates Auftragswerk für einen Berner Beamten und behandelt die Chronik der Stadt Bern von ihren Anfängen bis ins Jahr 1465. Der einzigartige Bilderschmuck in schwungvollen Federzeichnungen zeugt von der gestalterischen und erzählerischen Kraft des Buchmalers.

Gaston Phoebus – das Buch der Jagd
Die wohl berühmteste Darstellung der mittelalterlichen Jagd ist zugleich auch eine beeindruckende Naturgeschichte. Das Werk entstand um 1387 und gehört heute zu den schönsten Handschriften des Mittelalters. Strahlendes Gold und leuchtende Farben zeugen vom hohen Niveau der Meister der Bedford-Werkstatt.

Gebetbuch der Anne de Bretagne
Um 1492 bei dem Miniaturenmaler Jean Poyet in Auftrag gegeben, sollte das kleine Gebetbuch dem Sohn der französischen Königin Charles-Orland als geistiger Begleiter und Erziehungsstütze dienen. Die lichtdurchfluteten, zarten Miniaturen kündigen den Beginn der Renaissance in Frankreich an.

Gebetbuch Karls des Kühnen
Das persönliche Gebetbuch des burgundischen Herzogs Karl der Kühne, erkennbar an drei Porträts des Auftraggebers, ist auf jeder Seite reich verziert und mit Gold ausgestattet. Der Codex spiegelt so den Luxus Burgunds wider und nimmt eine Schlüsselstellung in der Geschichte der flämischen Buchmalkunst ein.

Goldene Bilderbibel »Biblia Pauperum«
Der reich mit Gold ausgestattete Codex vom Beginn des 15. Jahrhunderts diente als Bildkommentar zur Heiligen Schrift. Im ungewöhnlichen Querformat sind prachtvoll vergoldete Szenen des Neuen Testaments flankiert von erläuternden Abbildungen aus dem Alten Testament.

Guido de Columnis: Der Trojanische Krieg
Bereits im 13. Jahrhundert verfasste Guido de Columnis seine Troja-Erzählung, deren Popularität an der Vielzahl ihrer Übersetzungen abzulesen ist. Die vorliegende Handschrift mit ihren bezaubernden Miniaturen entstand im Regensburg des 15. Jahrhunderts und kann gleichsam als Handbuch der höfischen Lebenswelt des Mittelalters gesehen werden.

Les Belles Heures du Duc de Berry
Der prachtvolle Codex stellt das persönlichste Stundenbuch des Herzogs von Berry dar. Strahlende Miniaturen, filigrane Zierranken und verspielte Schmuckelemente zeugen von der Begeisterung des Auftraggebers für die Kunst der Malerbrüder Limburg.

Les Très Belles Heures de Notre-Dame
Schon im Mittelalter war das Stundenbuch wegen seiner Schönheit und luxuriösen Ausstattung als Kunst- und Sammelobjekt geschätzt. Die Zusammenarbeit verschiedener Meister macht seinen besonderen Reiz aus. Im Verlauf seiner wechselhaften Geschichte wurde das Werk in die Einzelteile Stunden-, Mess- und Gebetsbuch zerlegt.

Les Très Riches Heures du Duc de Berry
Das Stundenbuch zählt zu den berühmtesten und kostbarsten Büchern der Welt. Es zeichnet sich durch die Schönheit der Schrift, den reichen Initialschmuck und Miniaturen in der Art von Tafelbildern aus. Die Handschrift blieb nach dem Tod der Künstler Limburg 1416 zunächst 70 Jahre lang unvollendet.

Marco Polo
Das sogenannte »Buch der Wunder« entstand im Frankreich des 15. Jahrhunderts und wurde von den größten Buchmalern dieser Zeit illustriert. In 84 prachtvollen Miniaturen mit Gold erzählt die Handschrift die phantastische Geschichte des Handlungsreisenden Marco Polo.

Ottheinrich-Bibel
100 Jahre vor Luthers Bibelübersetzung, um 1425, entstand die achtbändige frühneuhochdeutsche Handschrift. Prachtvoll in Gold und kostbaren Farben von zwei Regensburger Meistern illuminiert, war die Bibel ein Prunkstück der Heidelberger Bibliotheca Palatina von Kurfürst Ottheinrich von der Pfalz.

Schwarzes Stundenbuch
Von den drei einzigen gebunden erhaltenen schwarzen Pergamenthandschriften weltweit ist diese die einzige mit ganzseitigen Miniaturen. Um 1475 in Brügge entstanden, gilt der Codex mit seiner einzigartigen und farbenprächtigen Ausgestaltung in Gold, Silber und Blau als kostbare Rarität.

Stundenbuch der Katharina von Kleve
Um 1430 schuf der größte niederländische Buchkünstler dieses außerordentlich handliche Stundenbuch. Die detailreichen Abbildungen der Alltagswelt des 15. Jahrhunderts finden in Form und Inhalt nicht ihresgleichen.

Stundenbuch der Sforza
Von einem italienischen Buchmaler für die Herzogin von Mailand Bona Sforza um 1486 begonnen und von einem flämischen im 16. Jahrhundert fertig gestellt, ist der Codex eine kunsthistorische Rarität. Farbigkeit und Ausdruckskraft der prächtigen Miniaturen machen ihn zu einem der Meisterwerke der Renaissance.

Tschachtlans Bilderchronik
Die erste illustrierte Schweizer Chronik zeichnet sich durch ihre unbekümmerte und frische Bildsprache aus, die sich besonders in den meist ganzseitigen Illustrationen von Dingen des alltäglichen Lebens offenbart. Die Bilderchronik endet im Jahr 1470.

Turin-Mailänder Stundenbuch
Ursprünglich als Gesamtwerk mit den Très Belles Heures de Notre-Dame vom Herzog von Berry in Auftrag gegeben, wirkten ab 1380 über 70 Jahre lang verschiedenste Künstler an der Illumination der Handschrift, so dass hier unterschiedlichste Malstile der spätmittelalterlichen Bildkunst vertreten sind.

Vom Einfluss der Gestirne
Das medizinische Hausbuch entstand in Nürnberg im 15. Jahrhundert und beinhaltet Gesundheitsregeln für den Laien, die auf den alles bestimmenden Einfluss der kosmischen Kräfte abgestimmt waren. Der »Codex Schürstab« nimmt durch seine ausgewogene Gestaltung unter den altdeutschen Sammelwerken eine herausragende Stellung ein.
16. Jahrhundert
Blumen-Stundenbuch von Simon Bening
Der berühmteste Buchmaler seiner Zeit schuf im 16. Jahrhundert mit dem Stundenbuch eines der schönsten Werke der Buchmalerei. Die einmalige Vielfalt und Farbenpracht des lockeren Streumusters von Blumen und Tieren sowie die unterschiedlichsten Formen der Seitengestaltung zeugen von der Kunstfertigkeit des Meisters.

Blumengebetbuch der Renée de France
Als eines der wertvollsten Stundenbücher des frühen 16. Jahrhunderts sollte es zur Erziehung der jungen Königstochter in religiösen Dingen dienen. Als die Inquisition Renées Bücher verbrannte, blieb es verschont, doch seit 1994 ist die Handschrift nach einem Diebstahl verschwunden.

Buch der Drôlerien (Croy-Gebetbuch)
Das Croy-Gebetbuch entstand im 16. Jahrhundert. Es ist berühmt für seine Drôlerien, jene Randmotive einer Handschrift, die Mischwesen aus Tier, Mensch und Pflanze darstellen. Die 58 Miniaturen in höchster Qualität stammen von den Brügger Meistern Simon Bening und Gerard Horenbout.

Bußgebetbuch von Albrecht Glockendon für Johann II. von Pfalz-Simmern
Ein Dokument des Umbruchs: Die Konzentration auf die Davidsgeschichte beschwört die Bußfrömmigkeit des Mittelalters, während die Sinnenfreude der Renaissance in fulminant bunten Modeabbildungen vorgeführt wird.

Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg
Dieses Gebetbuch in deutscher Sprache wurde 1520 im Auftrag der Markgräfin Susanna, der Nichte Kaiser Maximilians, von Narziss Renner in Augsburg geschaffen. Die Handschrift, ein Feuerwerk an Farbe und Gold, besticht durch ihren sehr persönlichen Charme.

Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler
Besonders wegen ihrer Illustrationen, die Perspektive und atmosphärische Wirkung auszeichnen, gilt diese Chronik aus dem 16. Jahrhundert als Meilenstein der Schweizer Chronistik. Der Stadtschreiber Schodoler übernahm den Großteil des Textes kritisch aus bestehenden Chroniken.

Glockendon-Gebetbuch
Im Jahr 1534 schuf Nikolaus Glockendon, der letzte große Meister deutscher Buchmalerei, dieses deutsche Gebetbuch für Kardinal Albrecht von Brandenburg. Die farblich ausgewogenen Miniaturen zum Leben Jesu, die 63 Prunkinitialen und auch die heute noch gut lesbare Schrift begeistern den Betrachter.

Luzerner Chronik des Diebold Schilling
Die schönste Schweizer Bilderchronik aus dem 16. Jahrhundert illustriert umfassend das spätmittelalterliche Leben. Der Text tritt hinter den großzügigen Illustrationen zurück, die in Farbenpracht und einer Fülle von Motiven das politische, gesellschaftliche und religiöse Leben der Zeit wiedergeben.

Mercatoratlas

Das wegweisende Werk, das den Begriff »Atlas« erst in seinem heutigen Verständnis etablierte, liegt in einer besonders schön kolorierten Version der Staatsbibliothek Berlin vor. Diese »Editio Principissima« folgt in der Reihenfolge der Karten exakt der ihres Erscheinens.


Pierre Salas »Le Petit Livre d'Amour«
Der Lyoneser Dichter Pierre Sala umwarb mit diesem Bändchen, einem der persönlichsten Renaissance-Manuskripte überhaupt, seine spätere Gemahlin Marguerite Bullioud. Den feinsinnigen Miniaturen stehen Verse über die Liebe, Weisheit oder auch Erfolg gegenüber.

Simon Benings Flämischer Kalender
Das Fragment eines Stundenbuches aus dem 16. Jahrhundert ist einer der schönsten Landschaftszyklen und ein Meilenstein flämischer Buchmalerei. Simon Bening revolutionierte in diesem Werk die Kalenderminiaturen, indem er ihnen je zwei Seiten einräumte und sie als eigenständige Szenen behandelte.